Dokumentation der Abschlusstagung "Wechselwirkungen zwischen Landnutzung und Klimawandel"

Welchen Beitrag können Landnutzungsmaßnahmen und -strategien zum Klimaschutz leisten, und wie kann Landmanagement nachhaltiger gestaltet werden? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des vom BMBF seit 2010 geförderten Projekts "Climate Change – Land Use Strategies in Germany" (CC-LandStraD). Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Thünen-Instituts und von fünf weiteren Forschungseinrichtungen untersuchten erstmals für Landwirtschaft, Forstwirtschaft sowie Siedlung und Verkehr gemeinsam unterschiedliche Landnutzungsstrategien für Deutschland bis zum Jahr 2030. Die Expertise von Verbänden und Behörden, die sich mit der Landnutzung befassen, wurde in diesem transdisziplinären Projekt kontinuierlich berücksichtigt.

Deutlich wurde, dass die Landwirtschaft z. B. über eine Verbesserung der Stickstoffeffizienz, aber auch über eine angepasste Nutzung wiedervernässter organischer Böden einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung von Treibhausgasen leisten kann. Im Bereich Siedlung und Verkehr lassen die Ergebnisse für das Basisszenario erwarten, dass die tägliche Zunahme der Siedlungs- und Verkehrsfläche von derzeit rund 75 Hektar bis 2030 voraussichtlich auf rund 45 Hektar zurückgehen wird. Damit wird das Nachhaltigkeitsziel der Bundesregierung von 30 Hektar pro Tag deutlich verfehlt werden. Im Forstbereich, der durch seine Kohlenstoffspeicherung eine wichtige Kohlenstoffsenke darstellt, kommt der Anpassung an den Klimawandel aufgrund der langen Produktionszyklen eine wichtige Bedeutung auch für den Klimaschutz zu. Auch gilt es hier öffentliche Güter wie z. B. Erholungsleistung und Beiträge zum Artenschutz einzubeziehen. Dies zeigten die Ergebnisse einer großen Bevölkerungsbefragung.

Nachhaltige Landnutzungssysteme erfordern, dass die Wirkungen auf andere gesellschaftliche Ziele wie den Erhalt der Artenvielfalt, aber auch auf ökonomische Zielgrößen berücksichtigt werden.

Zusammenfassung wichtiger Kernergebnisse

Da auf der Abschlusstagung Kernergebnisse vorgestellt wurden und derzeit zum Teil noch letzte Abstimmungen erfolgen, können wir nur einige Vorträge als Präsentation zum Herunterladen zur Verfügung stellen.

Sollte Sie ein bestimmter Vortrag interessieren, der nachfolgend nicht verfügbar ist, wenden Sie sich bitte direkt an die jeweiligen Kolleginnen und Kollegen.

Hier finden Sie die Präsentationen zum Downloaden.

Hinweisen möchten wir darauf, dass die Ergebnisse aus CC-LandStraD beim Springer-Verlag veröffentlicht werden. Der voraussichtliche Erscheinungstermin ist im zweiten Halbjahr 2016. Nähere Informationen finden Sie in Kürze auf dieser Webseite.

Podiumsdiskussion

Podiumsdiskussion mit Hans Jacobs (Bund deutscher Forstleute), Christiane Schubert (Stadt Troisdorf), Armin Hentschel (Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen), Karl-Heinz Goetz (Bundesverband der gemeinnützigen Landgesellschaften) und Annett Steinführer (Thünen-Institut) (v.l.n.r.) (© H. Meyer-Borstel)

Auf der Podiumsdiskussion "Nachhaltiges Landmanagement: Folgen für unser Handeln" erörterten Christiane Schubert (Stadt Troisdorf), Hans Jacobs (Bund deutscher Forstleute), Armin Hentschel (Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen) sowie Karl-Heinz Goetz (Bundesverband der gemeinnützigen Landgesellschaften) die Bedeutung von Landnutzungs- und Klimawandel in ihrer jeweiligen Arbeit. Deutlich wurde, dass bei aller Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Sektoren der Landnutzung in den vergangenen Jahren die Praxis noch nicht so weit ist, dass stets die Interessen anderer Sektoren und daraus folgende Landnutzungskonkurrenzen und -konflikte von Anbeginn mit berücksichtigt werden. Was in Modellprojekten gut gelingt, ist nicht immer in den Alltag überführbar. Gerade dies, so die Podiumsteilnehmer, hätten sie an CC-LandStraD besonders geschätzt: den Blick über den "Tellerrand" der eigenen Arbeit und des eigenen Landnutzungssektors, aber auch Argumentationshilfen für bestimmte Fragen ihres beruflichen Alltags, etwa für die Innenentwicklung in Regionen mit hohem Flächendruck. Doch nicht nur Anwendungsorientierung wünschen sich die Vertreter von Verbänden und Behörden von der Wissenschaft, auch eine kritische Begleitung der Klimaschutz- und Landnutzungspolitik verbunden mit einer langfristigen Perspektive auf die Auswirkungen heute beschlossener und angewendeter Maßnahmen. In der Zusammenschau brachte es ein Teilnehmer wie folgt auf den Punkt: "CC-LandStraD war für mich ein spannendes Projekt insbesondere aufgrund des interessanten Mix der Praxis mit der Wissenschaft, der auch für mich neu gewesen ist."