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Landnutzungsszenarien - Forschungsansatz und Methoden

Für die Erarbeitung der Landnutzungsszenarien 2030 wird zunächst eine Trendprognose erstellt. Unter einer Trendprognose ist die wahrscheinliche zukünftige Entwicklung zu verstehen, wie sie aus Beobachtungen aus der Vergangenheit, bereits beschlossenen Politiken sowie aus Expertenannahmen zu erwarten ist. Ferner sollen weitere Entwicklungsszenarien, welche auf unterschiedlichen wirtschaftlichen, politischen und demographischen Annahmen basieren, die Bandbreite möglicher Entwicklungspfade der Flächennutzung für das Jahr 2030 beschreiben.

Die Ausdehnung von Siedlungs- und Verkehrsflächen geht in Deutschland fast ausschließlich mit der Umwidmung ehemalig landwirtschaftlich genutzter Flächen einher. Die Berechnungen sollen deutlich machen, wie viel (Landwirtschafts-)Fläche im Trend bzw. bei den jeweiligen Szenarien durch zusätzliche Siedlungs- und Verkehrsfläche beansprucht wird. Anschließend erfolgt eine Bewertung der Klimawirksamkeit der Szenarien. Es wird darüber hinaus zu prüfen sein, an welchen Stellschrauben gedreht werden muss, um die wahrscheinliche Flächennutzung einer klimaoptimierten Landnutzung näherzubringen.

Szenarien:
Die folgende Übersicht stellt die Zuordnung der im Bereich Siedlung und Verkehr betrachteten Maßnahmen zu den einzelnen verfolgten Strategien dar (Stand Juni 2013).

Modellverbund - Bereich Siedlung und Verkehr
Zunächst werden Projektionen der Raumansprüche für einzelne Landnutzungen ermittelt (z. B. Siedlungs- und Verkehrsfläche, landwirtschaftliche Fläche, forstwirtschaftliche Flächen). Für die urbanen Nutzungsarten wird das von der GWS Osnabrück entwickelte Modell PANTA RHEI REGIO eingesetzt. Das Modell projiziert, basierend auf den vergangenen demographischen, wirtschaftlichen und siedlungsstrukturellen Trends, die nutzungsartendifferenzierte Siedlungs- und Verkehrsfläche (z. B. Gebäude- und Freifläche Wohnen, Wirtschaftsflächen, Verkehrsflächen, Erholungs- und städtische Grünflächen) für Landkreise bis zum Jahr 2030. Die demographischen Trends stammen dabei aus dem Modellverbund der Raumordnungsprognose des BBSR. Diese Ergebnisse dienen als Eingangsinformation in das Landnutzungsmodell Land Use Scanner. Es ist ein GIS-basiertes Simulationsmodell, in dem qualitativ formulierte Szenarien quantitativ untersetzt und räumlich explizit simuliert werden.

Auf der Grundlage von flächenhaften Landnutzungsdaten, der Raumplanung und weiterer Standortfaktoren wie Relief oder Erreichbarkeit werden die lokalen Eignungen der einzelnen Landnutzungen ermittelt. Regionale Raumansprüche und lokale Eignung werden schließlich in den Land Use Scanner integriert. Dieser simuliert, basierend auf den mikroökonomischen Theorien der Landrente, die künftigen Landnutzungsänderungen räumlich explizit. Mit Hilfe des künftigen Landnutzungsmusters kann schließlich die Wirksamkeit einzelner simulierter Anpassungsmaßnahmen ermittelt werden.

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