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Forstökonomie - Ergebnisse

Das forstbetriebliche Simulationsmodell (FOBESIMO)

Mit der Entwicklung und Fertigstellung des forstbetrieblichen Simulationsmodells wurde die Grundlage für die Analyse und Bewertung forstbetrieblicher Entscheidungen unter dem Einfluss von Klimawandel gelegt. Mit FOBESIMO ist es möglich anhand von Modellbetrieben verschiedene Strategien mit unterschiedlichen Bewirtschaftungskonzepten unter dem Einfluss verändernder standörtlicher und wirtschaftlicher Produktionsbedingungen zu simulieren. Die Abbildung zeigt schematisch das Simulationsmodell FOBESIMO.

(Zum Herunterladen als PDF; nicht barrierefrei; 125 KB)

Ergebnisse:

  • Ein konstanter Anstieg der Temperatur um 2°C führt im Durchschnitt zu einem reduzierten Baumwachstum in allen fünf untersuchten Strategien.
  • In der Referenz-Strategie steigen die Holzeinschläge im Untersuchungszeitraum 2015-2055 weiter an.
  • In Bezug auf die Holzeinschläge unterscheiden sich die vier alternativen Strategien im Durchschnitt des Betrachtungszeitraums nur wenig. Die zeitliche Struktur weist allerdings Unterschiede auf, da die Bioenergie- wie auch die Klimaanpassungsstrategie, die beide – in unterschiedlichem Maße – v.a. auf erhöhte Holzentnahmen, kürzere Umtriebszeiten und entsprechend reduzierte Vorratshaltung abzielen, durch hohe Holzeinschläge zu Beginn des Untersuchungszeitraums und entsprechend geringere Einschläge in den folgenden 40 Jahren der Simulation gekennzeichnet sind.
  • Die waldbaulichen Deckungsbeiträge unterscheiden sich zwischen den Strategien stärker. Innerhalb des Untersuchungszeitraums erbringt die Klimaschutzstrategie die höchsten durchschnittlichen Erträge, gefolgt von der Bioenergie-, der Natur- und Umweltschutzstrategie und schließlich der Klimaanpassungsstrategie. Die waldbaulichen Deckungsbeiträge sind dabei maßgeblich von den hohen Wiederbegründungskosten, in Folge der hohen Holzeinschläge zu Beginn der Simulation, in der Bioenergie- und der Klimaanpassungs-Strategie beeinflusst.
  • Die durchschnittliche Kohlenstoffsenkenleistung von Wald und Holz (einschließlich stofflicher und energetischer Substitutionspotentiale) ist in der Natur- und Umweltschutzstrategie sowie in der Klimaschutzstrategie am höchsten. Die Bioenergie- sowie die Klimaanpassungsstrategie sind im Vergleich dazu jeweils unterlegen. Jedoch sei hier, wie auch beim Deckungsbeitrag, auf den Simulationszeitraum von 40 Jahren verwiesen, der nur bedingt die Auswirkungen des Waldumbaus hin zu ertragsstarken Baumarten (z.B. in der Bioenergie-Strategie) abbildet.
  • Im Durchschnitt des Betrachtungszeitraums ist keine der untersuchten Strategien in Bezug auf alle drei Zielparameter (Holzerträge, finanzielle Erträge, Senkenleistung) gleichzeitig überlegen; eine Entscheidung für eine der Strategien kann also entsprechende Zielkonflikte aufwerfen. Da die Vor- und Nachteile der jeweiligen Strategien zudem unterschiedliche Verteilungswirkungen in Bezug auf betriebliche Interessen einerseits und gesellschaftliche Interessen andererseits haben, erfordern politische Initiativen zugunsten einer der Strategien daher u.U. Kompensationen für die Forstbetriebe.


Umweltökonomischer Bereich

Die umweltökonomischen Landschaftsmerkmale werden mit den im forstwirtschaftlichen Bereich erarbeiteten Maßnahmen abgestimmt. Die Befragung bestand aus einem etwa 25-minütigen Fragebogen, in den nach einigen Einleitungsfragen ein Auswahlexperiment eingebettet war. Es waren immer nur ganze Spalten wählbar, dabei bezeichnete Landschaft C die Beibehaltung des heutigen Zustands. Die Landschaftsmerkmale beziehen sich auf die "Landschaft im Umkreis von bis zu 15 Kilometern" um den jeweiligen Wohnort der Befragten. Durch die Einbeziehung des Merkmals "Finanzieller Jahresbeitrag zum Landschaftsfonds" wird die Zahlungsbereitschaft (ZB) der Bevölkerung für geringfügige Änderungen einzelner Landschaftsmerkmale erhoben. Dadurch kann den Präferenzen der Bevölkerung ein Geldbetrag zugeordnet werden. Als Landschaftsfonds wurde ein Fonds verstanden, in den die Bevölkerung je nach gewählter Landschaftsoption einen Beitrag zur Gestaltung der Landschaft einzahlt. Daraus würden dann die Gestaltungsmaßnahmen finanziert.

Die Bevölkerung begrüßt Erhöhungen der Waldflächenanteile an der Landschaft, sie lehnt eine Verringerung der Waldflächenanteile aber entschieden ab. Für Waldzunahmen gibt es durchweg positive Zahlungsbereitschaften; verringerte Waldflächen würden hingegen Entschädigungszahlungen nötig machen.

Änderungen im Wald, die zu mehr Biodiversität oder einem höheren Erntealter führen, werden positiv bewertet. Die meisten übrigen Änderungen des gegenwärtigen Zustands innerhalb des Waldes werden negativ bewertet. Dies beinhaltet die Verkleinerung der durch Unterwuchs geprägten Flächen sowie den völligen Verzicht auf ungenutzte Waldflächen. Bei der Baumartenwahl bewertet die Bevölkerung eine Veränderung des Anteils nicht heimischer Baumarten negativ – dies gilt für Erhöhungen ebenso wie für Verringerungen. Hohe Nadelbaumanteile werden ebenfalls negativ bewertet.

Maßnahmen, die zu Änderungen des Flächenmosaiks, also zur Vergrößerung bzw. Verkleinerung von Feld-/Waldflächen führen, werden abgelehnt und ziehen Forderungen nach Entschädigungszahlungen nach sich. Es bestehen Abhängigkeiten von den vorhandenen Ausgangssituationen, aber diese verändern die Ergebnisse nicht grundsätzlich.

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