Forstökonomie

Titel des Teilprojektes:
Modellierung und ökonomische Bewertung unterschiedlicher forstlicher Landnutzungsstrategien

Einführung:
Ein Drittel der deutschen Landfläche ist mit Wald bedeckt. Der Forstwirtschaftssektor ist somit nach dem Landwirtschaftssektor der zweitgrößte Flächennutzer Deutschlands.

Der deutsche Wald speichert in der Baumbiomasse, der Bodenvegetation und im Mineralboden große Mengen Kohlenstoff. Zusätzlich erhöht die Speicherung in Holzprodukten den indirekten Kohlenstoffspeicher des Waldes. Der Wald und die Waldbewirtschaftung haben somit einen aktiven Einfluss auf die Kohlenstoffbilanz und damit auf Klimawandel und Klimaschutz.

Zum einen kann die Forstwirtschaft durch eine Erhöhung des im Bestand und in Holzproduktion gespeicherten Kohlenstoffs zu einer Verbesserung der Treibhausgasbilanz beitragen (Mitigationsmaßnahmen). Zum anderen stellen eine mögliche Klimaerwärmung und damit einhergehende veränderte Wuchsbedingungen die Forstwirtschaft vor die Herausforderung, sich waldbaulich anzupassen (Adaptationsmaßnahmen)

Dieses Teilprojekt untersucht, welche Auswirkungen der Klimawandel auf den Wald und die Forstwirtschaft im Zusammenspiel mit veränderten Nutzungsansprüchen haben könnte. Das Teilprojekt gliedert sich in zwei Bereiche:

Betriebswirtschaftlicher Bereich:

Der prognostizierte Klimawandel sowie zunehmende Flächenkonkurrenzen werden sowohl standörtliche als auch wirtschaftliche Veränderungen zur Folge haben. Daraus folgen Auswirkungen auf die Baumartenwahl und die Bewirtschaftung und in Folge dessen auf den Betriebserfolg, das Holzangebot sowie die Kohlenstoffspeicherleistung von Wald und Holz.

Die deutsche Forstwirtschaft steht somit vor der Herausforderung, sich durch eine strategische Ausrichtung hinsichtlich veränderter standörtlicher und wirtschaftlicher Gegebenheiten anzupassen. Erschwert werden diese Anpassungsprozesse durch forstspezifisch langfristige Produktionszeiträume und die daraus resultierenden langfristigen Umbauprozesse.

Umweltökonomischer Bereich:

Umweltveränderungen durch den erwarteten Klimawandel sowie die forstbetrieblichen Reaktionen auf diese beeinflussen die verschiedenen bereitstellenden, regulierenden und kulturellen Ökosystemleistungen des Waldes und dadurch den gesamten entstehenden Nutzen für die Bevölkerung.

Ziel des umweltökonomischen Vorhabens ist es, die landschaftsbezogenen Präferenzen der Bevölkerung bei Entscheidungen über Maßnahmen zur Klimawandeladaptation und -mitigation zu berücksichtigen. Diese Präferenzen können in Geldeinheiten ausgedrückt werden. Für Ökosystemleistungen, die als öffentliche Güter nicht auf Märkten gehandelt werden, sind zur Bewertung zusätzliche Untersuchungen nötig (siehe Methoden).

Kontakt

Wissenschaftliche Leitung
Dr. Peter Elsasser

Mitarbeit
Priska Weller
Nils Ermisch